Montag, 21. November 2011

Alle Wetter: Der Siegeszug des Dufflecoat

Sir David Stirling, Gründer der legendären britischen Eliteinheit SAS, trug selbst in der nordafrikanischen Wüste seinen Dufflecoat

Der original "Monty" Dufflecoat
von Gloverall
Novemberwetter - das Grauen grau-in-grau: Nebel, Nässe, Kälte und Wind. Hunde jagt man in dieser Jahreszeit eher nicht vor die Tür; wir selbst haben meist keine andere Wahl. Glücklich derjenige, welcher mit dem richtigen Wetterschutz vorgesorgt hat. Glücklich derjenige, der in seinem Dufflecoat dem nasskalten Wetter die warme Schulter zeigen kann. Inzwischen haben auch die bekannten Herrenmode-Designer das praktische, dreiviertellange Kleidungsstück mit der über 100-jährigen Geschichte zum letzten Schrei der Saison erkoren.

Den Ursprung dieses Kleidungsstückes mit der britischen Anmutung liegt jedoch lange zurück im belgischen Flandern. Die ersten Männer, die den Mantel aus dem dicht gewebten, groben Wollstoff, der in der Stadt Duffel hergestellt wurde, nutzen, waren belgische Fischer, die in den schweren und warmen Stoff gehüllt, den kalten Winden und Fluten der Nordsee trotzten.

Ende des neunzehnten Jahrhunderts entdeckte die britische Royal Navy den praktischen Mantel für ihre Offiziere und Matrosen. Der weite, gerade Schnitt bot auch mit darunter getragener warmer Kleidung ausreichend Bewegungsfreiraum für die Tätigkeiten an Bord der Schiffe. Unter der großen Kapuze war Platz für warme Wollmützen oder Südwester. Eines der augenfälligsten Charakteristiken des Dufflecoats sind aber die Knebelverschlüsse aus Holz oder Horn, die auch mit dicken Handschuhen bequem zu Öffnen und Schließen waren. Zwei große aufgesetzte Taschen rundeten den Wetterschutz des Mantels ab.

Britischer U-Boot-Fahrer im 1. Weltkrieg
In England wird der Dufflecoat auch "Montgomery" und "Monty coat" genannt, was auf den legendären Feldmarschall Bernard Law Montgomery zurückgeht, der im 2. Weltkrieg ein großer Fan des Mantels war. Nach seiner Karriere in zwei Weltkriegen wurden nach 1945 großen Beständen von Militär-Dufflecoats an Privatleute verkauft.

Besonders Studenten in England und Frankreich fanden in den 1950-er und 1960-er Jahren Gefallen an den praktischen und günstigen Jacken aus Armeebeständen. Während in Europa linksintellektuelle Kreise den Dufflecoat als eines ihrer  Markenzeichen des Anti-Establishments ansahen, fanden im Nordosten der USA eher elitäre Ivy Leage Studenten Gefallen an dem Look des Dufflecoats.

Heute erlebt der Dufflecoat eine wahre Renaissance. Modedesigner wie Tommy Hilfiger haben den Mantel im aktuellen Preppy-Style in ihre Kollektionen aufgenommen.

Für Freunde traditioneller Dufflecoats bietet die britische Firma Gloverall nun seit über 60 Jahren den Mantel als zeitlosen Klassiker an.

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