Dienstag, 10. April 2012

Romy Schneider Ausstellung in der Bundeskunsthalle Bonn

Ausstellungsplakat: Romy Schneider, 1972
© Eva Sereny / Camerapress / Gamma-Rapho
Der Todestag von Romy Schneider jährt sich im Mai 2012 zum 30. Mal. Die Bundeskunsthalle Bonn widmet der Schauspielerin, die als deutscher Weltstar in die Filmgeschichte eingegangen ist, noch bis zum 24. Juni 2012 eine Ausstellung in Zusammenarbeit mit der Deutschen Kinemathek, Berlin, und Akouna, Paris. Die Ausstellung präsentiert das umfangreiche Werk Romy Schneiders, das durch ein hohes Maß an Professionalität und ihren Aufstieg zu einem der größten Stars des französischen Kinos geprägt ist. Originalkostüme, bisher unbekannte Fotografien, Plakate, Dokumente, Filmausschnitte und persönliche Gegenstände aus dem Nachlass der Schauspielerin dokumentieren nicht nur eine internationale Karriere, sondern drei Dekaden europäischer Filmgeschichte. Romy Schneider, am 23. September 1938 als Tochter des Schauspielerpaars Wolf Albach-Retty und Magda Schneider geboren, war die Verkörperung eines unschuldigen Teenagers: frisch, munter, naiv und ein wenig kokett. Mit den in den Jahren 1955 bis 1957 entstandenen drei Sissi-Filmen des österreichischen Regisseurs Ernst Marischka wurde dieses Image Romy Schneiders etabliert und bis zum Ende der Dekade häufig gefordert. Die Sissi-Trilogie wurde in alle europäischen und einige außereuropäische Länder exportiert und zählt mit rund 25 Millionen Zuschauern bis heute zu den kommerziell erfolgreichsten deutschsprachigen Filmen aller Zeiten. Für das nationale und internationale Publikum verschmolz die Darstellerin mit ihrer Rolle. Schneider erhielt eine Vielzahl an Filmangeboten, das Etikett des „unschuldigen Teenagers“ konnte sie aber nicht ablegen.

Alain Delon und Romy Schneider, LA PISCINE / SWIMMINGPOOL, 1968
© Keystone-France / Gamma-Rapho, Deutsche Kinemathek - Museum für Film und Fernsehen, Berlin

Ausstellungsansicht: Filmkostüm für Romy Schneider
CÉSAR ET ROSALIE, 1972,Collection Sarah Biasini
Foto: Mark Brandenburgh, © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland

Romy Schneider mit Robert Lebecks Mütze, Berlin 1976
© R. Lebeck / Stern / Picture Press



Stilikone Romy Schneider in Chanel-Kostüm, 1962
Deutsche Kinemathek - Museum für Film und
Fernsehen, Berlin© Heinz Köster
Dass die Schauspielerin bereits am Ende der fünfziger Jahre öffentlich wiederholt andere Ansprüche formulierte, wurde von Produzenten und ihrem Millionenpublikum überhört. Eine vierte Sissi-Folge war bereits geplant, aber Romy Schneider stand nicht mehr zur Verfügung, sondern ging 1958 nach Paris, um mit Alain Delon Christine zu drehen und – zur Empörung vieler Deutscher – auch eine private Beziehung einzugehen. 1962 sorgte Romy Schneider als sich prostituierende Ehefrau in dem von Luchino Visconti inszenierten Teil des Episoden-Films Boccaccio ‘70 für noch größere Entrüstung in der bundesdeutschen Heimat, während sie international erstmals als ernsthafte Schauspielerin wahrgenommen wurde. Auf die französisch-deutsch-italienische Kafka-Adaption Le Procès (Der Prozess, 1962) unter der Regie von Orson Welles folgten Engagements in England, den USA und wiederum in Frankreich, wo sie sich 1968 mit La Piscine (Der Swimmingpool), erneut als Partnerin Alain Delons, endgültig auch als französische Schauspielerin durchsetzte.

Anfang der siebziger Jahre ließ sich Romy Schneider dauerhaft in Frankreich nieder und erarbeitete sich besonders in den Filmen Claude Sautets, mit dem sie zwischen 1969 (Les Choses de la Vie / Die Dinge des Lebens) und 1978 (Une Histoire Simple / Eine einfache Geschichte) fünfmal zusammenarbeitete, ein neues Rollenbild: Sie spielte moderne, selbstbewusste Frauen, die sich und andere in emotionale Verwirrung stürzen. Immer wieder beschäftigten sich ihre französischen Filme auch mit der nationalsozialistischen deutschen Vergangenheit, die im eigenen Land damals weniger thematisiert wurde, so Le Train (Le Train – Nur ein Hauch von Glück, 1973), Le Vieux Fusil (Das alte Gewehr, 1975) oder auch ihr letzter Film La passante du Sans-Souci (Die Spaziergängerin von Sans-Souci, 1982).

Am 29. Mai 1982 starb Romy Schneider in Paris. Bis heute zählt sie zu den Weltstars des Kinos und wird von Fans in aller Welt verehrt.

Kunst- und Ausstellungshalle
der Bundesrepublik Deutschland GmbH
Museumsmeile Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn
www.bundeskunsthalle.de

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